Letzte Aktualisierung
 am 25.09.2019

Freundeskreis  Sandbach

           Feldl-Kapelle             Hans Carossa               Sühne-Kreuz               Alte Kirche Sandbach

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Heimatgeschichtlicher Arbeits- und Freundeskreis

Sandbach/Niederbayern  - Sandbach/England e.V.

Abschied von einem
“Sandbacher aus Leidenschaft”

Gedenkfeier für Prof. Dr. Wolfgang Weiss in der Alten Kirche -
Als “Geschenk für Sandbach” gewürdigt

Von Josef Holzhammer

   Sandbach. Mit einer würdevollen Gedenkfeier in der Alten Kirche, die Stadtpfarrer Lothar Zerer zelebrierte, nahmen Landkreis, Stadt und Freundeskreis Sandbach Abschied von Prof. Wolfgang Weiss in seiner Wahlheimat Sandbach.

   Arbeitskreis-Vorsitzender Michael Hinterheller nannte in seiner Begrüßung den Verstorbenen einen Freund und Mentor, dem der Rahmen dieser Feier sicherlich gefallen hätte: Musikalisch gestaltet mit schottischen Liedern und Musikstücken exzellent vorgetragen von Evi Schrenk und Magdalena Altweger, fand die Feier in den Räumlichkeiten einer Kunstausstellung in der Alten Kirche statt und endete wie so viele von Prof. Weiss früher mitorganisierte Veranstaltungen - mit einem gemütlichen Umtrunk im Kirchgarten.

  Stadtpfarrer Lothar Zerer stellte seine Ausführungen zum Leben von Prof. Weiss unter das Genesis-Zitat “unterwegs sein”. Wie einst Abraham war auch der Verstorbene stets unterwegs, machte sich nach seiner Kindheit in München auf den Weg, zunächst weg von den Gefahren des Bombenkriegs zu seinen Großeltern aufs Land, dann zum Studium der Philologie, besonders zu Shakespeare. Auch emotional war er unterwegs und heiratete 1957 seine Frau Birgit, mit der er drei Kinder bekam. Er unterrichtete in Glasgow, München und Köln, bevor er 1974 in München den Lehrstuhl für Shakespeare und englische Literatur bekam. Ihn und die dortige Shakespeare-Bibliothek leitete er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000.

  1982 zog Prof. Weiss mit seiner Lebensgefährtin Ilse Ohlemacher nach Haid bei Sandbach. Über 15 Jahre pendelte er von hier dreimal wöchentlich nach München zur Uni. Doch auch in seiner neuen Umgebung war er rasch angekommen, förderte die Partnerschaft mit Sandbach/England durch Korrespondenz und Reisen, brachte die Renovierung der Alten Kirche voran, sichtete und ordnete das Lebenswerk Hans Carossas.

   Nach dem Tod seiner zweiten Frau war er wieder zunehmend oft unterwegs zu seinen Kindern in München, wo er am Ende seines Lebens schließlich auch selbstbestimmt lebensverlängernde Maßnahmen ablehnte.

   Landrat Franz Meyer würdigte in seiner Ansprache den Verstorbenen als einen, der “in der Heimat fest verwurzelt seine Äste bis weit in die Welt hinaus streckte und dabei wissenschaftliche Standards setzte, die zeitlos gelten werden”. Der Kulturpreisträger des Landkreises 2003 war “Weltbürger und gestandener Niederbayer, Wissenschaftler mit scharfem Geist und Sandbacher aus Leidenschaft”, so der Landrat.

   Bürgermeister Florian Gams nannte Prof. Weiss einen “Glücksfall für Sandbach”, einen Mitbürger, der mehr getan habe als seine Pflicht und der hier im letzten Abschnitt seines Lebens bleibende Spuren hinterlassen habe.

   Bevor der Freundeskreis zum Umtrunk lud, bedankte sich die Tochter des Verstorbenen, Esther Sepp, von der auch die Anregung zu der Feier stammte, bei allen, die dieses würdevolle Andenken an ihren Vater möglich gemacht haben.     -ho

Veröffentlicht in der “Passauer Neue Presse”, Ausgabe A vom 4. September 2019

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